Beurteilung eines geplanten Grabenanstaus im NABU-Wald bei Neu Steinhorst
Die Feuchtwälder in Nordvorpommern sind zwar keine Urwälder, aber als Schreiadler-Lebensraum ursprüngliche Relikte traditioneller Waldwirtschaft, die nicht moderner
Forstwirtschaft zum Opfer gefallen sind. Ziel des NABU in der Nordvorpommerschen Waldlandschaft ist daher nicht das Ende der Holznutzung, sondern eine naturnahe Waldbewirtschaftung. Wichtig sind alte Bäume und ausreichend Totholz, um die Waldlebensgemeinschaft zu erhalten.
Jeder Wald braucht Wasser, insbesondere der Feuchtwald. Deshalb sind Entwässerungen von Feuchtbiotopen im Wald schädlich.
Über Gräben soll nur wirklich überschüssiges Wasser aus dem Wald abfließen. Um den vorzeitigen Abfluss des winterlichen Niederschlagswassers zu mindern, müssen Feuchtstandorte und Bachläufe renaturiert werden. In Absprache mit den Eigentümern versuchen wir, das Wasser auch durch den Einbau von Grabenüberläufen oder Sohlschwellen zurückzuhalten, damit der Wasserstand bis zum Frühsommer gehalten wird. Um dieses Ziel zu erreichen und zugleich beispielhaft vorzuführen, hat der NABU in Nordvorpommern kleinere Waldflächen gekauft.